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F wie FEHLER

Wie entstehen Fehler in einer Bedienungsanleitung? Und wie können sie vermieden werden?

FEHLER, DER

 

Der Fehler und die Anleitung

Wenn wir in der MAXKON-Technikredaktion in Bezug auf Bedienungsanleitung und Co von Fehlern sprechen, dann meinen wir keine Tippfehler oder einen Zahlendreher in der Anleitung. Wir sprechen von Fehlern in der Anleitung, die zu Bedienungsfehlern führen. Und die können gefährliche Folgen haben. Aufgrund fehlerhafter Anleitungen kann eine Maschine beschädigt werden oder eine Anlage stillstehen. Als unangenehme Folge kann dem Unternehmen durch Stillstandzeiten nicht nur ein wirtschaftlicher Schaden entstehen, sondern auch den Ruf des Unternehmens schädigen. Wenn Menschen durch die Bedienungsfehler gefährdet werden oder gar zu Tode kommen, oder die Umwelt bspw. durch auslaufende Gefahrenstoffe gefährdet wird, dann sind Fehler nicht hinzunehmen! Aber wie entstehen Fehler in einer Bedienungsanleitung? Und wie können sie vermieden werden? Wir haben einmal gesammelt und müssen feststellen: Fehler in einer Anleitung kommen aus unterschiedlichen Quellen.

Fehlerquelle Kommunikation

Die häufigste Fehlerquelle liegt in der unzureichenden Kommunikation zwischen den Abteilungen Konstruktion und Technikredaktion. Oft werden unvollständige oder unzureichende Informationen weitergegeben. Dann arbeiten die technischen Redakteure mit Plänen, die längst veraltet sind und verfassen eine Anleitung mit Details, die an der Maschine nicht mehr zu finden sind. Haben wir alles schon gesehen!

Fehlerquelle Terminologie

Unklare Terminologie beim Hersteller hat hohes Fehlerpotential. Kennen Sie das? Im Unternehmen wird ein und dasselbe je nach Abteilung unterschiedlich benannt. Das führt nicht nur in der Support-Abteilung oder im Lager zu Problemen der internen Kommunikation. Eine Anleitung, die mehrere Benennungen für ein und dieselbe Sache verwendet, zieht Missverständnisse nach sich und kann Instruktionsfehler verursachen. Es ist ratsam als Technikredaktion mit dem Hersteller eine Terminologieliste zu erarbeiten. In dieser werden die Benennungen definiert, die verwendet werden.

Fehlerquelle Übersetzung

Unklare Benennung führt unweigerlich auch zu Übersetzungsfehlern. Damit es keine Fehler gibt, die dann mit übersetzt werden oder Fehlinformationen über den gemeinten Begriff entstehen, ist die Terminologieliste hier doppelt angeraten. Wenn in der Liste steht, welche Benennung korrekt ist, wird im zweiten Schritt klar, welche Bezeichnung zu übersetzen ist.

Übrigens reicht es für die meisten Übersetzungen im Technischen Bereich oft nicht aus, Fachpersonal für Übersetzung zu sein. Kenntnis der in der Anleitung beinhalteten Materie ist für die korrekte Übersetzung ein deutlicher Vorteil. So ist auch die Auswahl des Übersetzers durchaus als Fehlerquelle zu bezeichnen.

Fehlerquelle Illustration

Bebilderungen in Anleitungen sollten Handlungsanweisungen ergänzen und unterstützen. Sie können aber auch in die Irre führen, wenn sie falsche oder fehlerhafte Darstellungen enthalten oder die Illustrationen so unklar sind, dass Interpretationsspielraum beim Ausführen der vermeintlichen Anweisung entsteht. Die Technikredaktion muss darauf achten, nur Grafiken, Illustrationen oder Darstellungen zu verarbeiten, die deutlich und korrekt sind. Sollte missverständliches Material zur Verfügung gestellt werden, empfiehlt es sich, eigene Illustrationen zu erstellen.

Fehlerquelle Warnhinweise und Sicherheitshinweise

Es ist wichtig, dass eine Technische Dokumentation alle notwendigen sicherheitsbezogenen Informationen enthält. Werden dem Nutzer Informationen, die zum sicheren Umgang mit dem Produkt erforderlich sind, falsch vermittelt oder fehlen sie sogar gänzlich, kann das als Instruktionsfehler gelten. Mehr zum Thema lesen Sie im Beitrag https://www.maxkon.de/news/safety-first-warum-ist-sicherheit-in-der-dokumentation-wichtig . Wie genau sicherheitsbezogene Informationen aussehen sollen, hängt vom Inhalt der Dokumentation ab. Wichtig ist dabei die Differenzierung zwischen Sicherheitshinweisen und Warnhinweisen. So unterscheiden sich Sicherheitshinweise zu Beginn der Bedienungsanleitung deutlich von Warnhinweisen – sowohl optisch als auch inhaltlich. Wenn diese Regeln auf die leichte Schulter genommen werden, sind unzureichende Sicherheitshinweisen und Warnhinweisen vorprogrammiert.

Fehlerquelle unzureichender Freigabeprozess

Egal ob die Dokumentationsabteilung im Unternehmen angesiedelt ist oder die Erstellung der Technischen Dokumentation an einen externen Dienstleister vergeben wird: Ein mehrstufiger Korrekturprozess der über gestaffelte Korrekturläufe bis zur Freigabe führt, dient dazu auch die letzten Fehler ausfindig zu machen (lesen Sie dazu auch unseren Beitrag "K wie Korrekturlauf" im ABC der TD). Interne Qualitätskontrollen des technischen Produktes sollten unbedingt auch die Technische Dokumentation einbeziehen und sie nicht als unliebsames Anhängsel ausklammern.

Jeder macht mal Fehler. Aber Fehler in einer Anleitung können zu Bedienungsfehlern führen.

Und die können erhebliche Folgen haben und zur Gefährdung von Menschen, Maschine und Umwelt führen. Solche Fehler müssen unter allen Umständen vermieden werden. Wer weiß, vielleicht ist auch die Furcht vor Fehlern ein Grund, der viele potentielle Kunden davon abhält einen externen Dienstleister für die Aufgabe der Technischen Dokumentation zu beauftragen. Bei uns können Sie sich sicher sein: Um jeden Fehler zu vermeiden arbeiten wir nach dem 4-Augen-Prinzip, nutzen standardisierte Abläufe und unsere Anleitungen durchlaufen einen mehrstufigen Korrekturlauf. Denn als Dienstleister für Technische Dokumentation können wir uns so etwas wie Fehler gar nicht erlauben.

Fehlerfreie Anleitungen erhalten Sie bei uns!

Wir beraten Sie gerne und begleiten Sie Schritt für Schritt vom Konzept bis zur fertigen fehlerfreien Technischen Dokumentation – selbstverständlich inklusive Korrektorat und Rechtschreibprüfung.

+49 (0)341 355821 80

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